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WARUM STEIGT DAS RISIKO FÜR HERZINFARKT MIT DEM ALTER?

07.01.2015: Dr. Reinier Boon erhält EU-Förderung über 1,5 Millionen Euro.

Der Frankfurter Forscher Dr. Reinier Boon, Principal Investigator des LOEWE-Zentrums CGT ist vom Europäischen Forschungsrat mit dem „Starting Grants“ ausgezeichnet worden. Er forscht am Institut für Kardiovaskuläre Regeneration der Goethe-Universität Frankfurt am Gewebe von Blutgefäßen, um neue Medikamente gegen Herzinfarkt und Schlaganfall zu entwickeln. Zur Intensivierung seiner Arbeit erhält er 1,5 Millionen Euro.

Mit zunehmender Lebenserwartung steigt in Europa auch die Zahl der altersbedingten Herzinfarkte und Schlaganfälle. Eine Schlüsselfunktion bei allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat das endotheliale Gewebe. Es kleidet die Blutgefäße aus und sorgt damit für eine reibungslose Durchblutung. Warum diese Funktion mit dem Alter nachlässt, ist bisher nur ansatzweise erforscht. Dr. Reinier Boon vermutet, dass eine bestimmte, erst kürzlich entdeckte Variante der Ribonukleinsäure (RNA) dafür verantwortlich ist. Mithilfe eines gerade erst gewährten ERC-Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) über 1,5 Millionen Euro will er diese Hypothese in den kommenden fünf Jahren überprüfen und neue Angriffspunkte für Medikamente finden.

„Es war eine große Überraschung, als man vor einigen Jahren entdeckte, dass nur etwa zwei Prozent der RNA als Blaupause für Proteine dienen“, erklärt Dr. Boon vom Institut für Kardiovaskuläre Regeneration der Goethe-Universität. Inzwischen hat man die nicht-kodierenden RNAs als wichtige Regulatoren zellulärer Funktionen erkannt. Zu den kürzlich entdeckten Mitgliedern dieser Gruppe gehören lange, nicht kodierende RNAs (lncRNAs). „Wir wissen nicht, ob lncRNAs zum Altern kardiovaskulärer Systeme beitragen, aber unsere Voruntersuchungen zeigen, dass sie in von Endothelzellen exprimiert werden und während des Alterns an- oder abgeschaltet werden. Wir wollen herausfinden, welche Rolle sie spielen“, so Dr. Boon.

Reinier Boon, geboren 1981 in den Niederlanden, studierte in Amsterdam Medizinische Biologie. 2008 kam er als Postdoktorand an das Institut für Kardiovaskuläre Regeneration der Goethe-Universität, seit 2011 ist er dort Gruppenleiter. Bereits während seiner Doktorarbeit spezialisierte er sich auf die Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Mit dem 2007 erstmals ausgeschriebenen Programm will die Europäische Union europaweit kreative Wissenschaftler und zukunftsweisende Projekte fördern. Alleiniges Auswahlkriterium ist dabei die wissenschaftliche Exzellenz des Forschungsvorhabens.

Herausgeber: Der Präsident
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