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Frankfurt als Zentrum regenerativer Medizin

Wie können Herzmuskelzellen nach einem Infarkt regenerieren? Gibt es eine Immuntherapie bei Krebs und Leukämien? Kann man Gendefekte langfristig korrigieren? Das sind Fragen, denen sich das Loewe-Zentrum für Zell- und Gentherapie (CGT) widmet. Nach einer positiven Begutachtung wird das Zentrum durch das Land Hessen für weitere drei Jahre mit 18,5 Millionen Euro gefördert. „In Frankfurt werden weltweit beachtete und innovative Therapiekonzepte für Leukämien und anderen Krebsarten bei Erwachsenen und Kindern entwickelt. Dank der engen Verzahnung von Grundlagenforschung und Klinik am CGT kommen neue Forschungsergebnisse den Patienten schnell zugute“, erklärt Prof. Hubert Serve, ein Sprecher des CGT und Direktor der Onkologie und Hämatologie für Erwachsene.

Das interdisziplinäre Zentrum erforscht mit seinen Projektpartnern, dem Georg-Speyer-Haus und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und dem Paul-Ehrlich-Institut in Langen, das gesamte Spektrum der regenerativen Medizin. Bei den Zelltherapien werden gesunde Zellen in erkrankte Gewebe transplantiert oder injiziert. Beispiele sind die Knochenmarktransplantation bei Leukämien oder die Behandlung geschädigter Herzmuskelzellen nach einem Infarkt mit Blutstammzellen.

Die beiden anderen Sprecher des CGT, Prof. Andreas Zeiher, Direktor der Kardiologie, und Prof. Stefanie Dimmeler vom Institut für Kardiovaskuläre Regeneration, konnten zeigen, dass sich die Überlebenschance bei akutem Herzinfarkt durch die Therapie mit Blutstammzellen des Patienten deutlich verbessert. Bis 2015 sind deshalb zwei große kardiovaskuläre Studien geplant, in denen unter Frankfurter Leitung Zelltherapeutika in ganz Europa hergestellt und klinisch geprüft werden.

Für die Krebstherapie rüsten die Forscher inzwischen auch Zellen des Immunsystems im Labor genetisch auf, so dass diese Krebszellen besser erkennen und vernichten können. Spezielle Immunzellen können auch Abstoßungsreaktionen verhindern, die zu den Risiken jeder Transplantation gehören. So versprechen die neuen Zelltherapien, Krebszellen wirkungsvoll zu vernichten ohne gesundes Gewebe anzugreifen. „Wir leben in einer spannenden Zeit: Neue Erkenntnisse über die Biologie von Leukämien und soliden Tumoren, eine Flut von neuen Techniken, mit denen wir Patientenproben analysieren und neuartige Arzneimittel herstellen können, und viele grandiose Ideen haben heute schon unglaubliche Auswirkungen auf die klinische Praxis und werden die Diagnostik und Therapie in den nächsten Jahren revolutionieren“, urteilt Serve.

Auch bei der Gentherapie, die Gendefekte ausgleicht, indem sie intakte Genkopien in die Zellen einschleust, sind nach der Euphorie und den Rückschlägen der Anfangsjahre inzwischen erste Erfolge zu vermelden. In Frankfurt wurden erstmals zwei Patienten mit einer schwerwiegenden Immunschwäche (X-CGD) gentherapeutisch behandelt. Leider nahm die Zahl der korrigierten Zellen im Laufe der Zeit wieder ab, so dass die Patienten schließlich an ihrer Grunderkrankung starben. Inzwischen sind aber die Gen-Taxis, mit denen intakte Genkopien in die kranken Zellen geschleust werden, deutlich verbessert worden, so dass die gentherapeutische Behandlung von CGD-Patienten 2014 wieder aufgenommen wird.

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Informationen: Prof. Hubert Serve, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum, Tel.: (069) 6301-5194, serve@em.uni-frankfurt.de

DieGoethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

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